NRW (red). Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser fordert, illegalen Welpenhandel durch schärfere rechtliche Vorgaben zu unterbinden. Anlass ist ein erneuter aktueller Vorfall in Meckenheim im Rhein-Sieg-Kreis. Hier wurden am Mittwoch (26. Januar 2022) vom zuständigen Veterinäramt fünf Hundewelpen aus einer Privatwohnung beschlagnahmt. Der aktuelle Fall zeige, so die Ministerin, dass dringend Handlungsbedarf bestehe: "Der illegale Handel muss gestoppt werden - Tiere sind nicht irgendeine Ware. Nur tierschutzrechtlich zugelassene und kontrollierte Züchterinnen und Züchter oder Einrichtungen, die einer Überwachung durch die Tierschutzbehörden unterliegen, sollen Hundewelpen online anbieten dürfen. Wir setzen uns für einheitliche und verbindliche Regeln für den Online-Handel ein."

Nordrhein-Westfalen hatte dies bereits im Bundesrat mit einem Entschließungsantrag zur Änderung der Tierschutz-Hundeverordnung im Jahr 2021 gefordert und dafür eine breite Unterstützung der Bundesländer erhalten. Die Forderung, nur von behördlich zugelassenen und kontrollierten Anbietern oder Vermittlern Hundewelpen zu erwerben, geht über die Pläne der aktuellen Bundesregierung hinaus. Deren Überlegungen sehen lediglich eine Identitätsprüfung bei Hundeverkäufen auf Online-Plattformen vor.

Um dem illegalen Welpenhandel zu stoppen und so Tierleid zu verhindern, appelliert die Umweltministerin zudem an das Verantwortungsbewusstsein von potentiellen Käuferinnen und Käufern: "Wer bei der Anschaffung von Tieren auf eine tierschutzgerechte Aufzucht achtet, unterstützt die Eindämmung von Tierleid und illegalem Handel. In den lokalen Tierheimen warten viele Hunde auf eine zweite Chance, sind bereits tierärztlich untersucht und werden tierschutzgerecht betreut."

Die Ministerin will zeitnah ein Tierheim besuchen, um sich vor Ort ein Bild zur aktuellen Situation zu machen. So befinden sich zum Beispiel im Tierheim in Köln-Dellbrück derzeit Hundewelpen, die kürzlich bei einem illegalen Tiertransport von rund 70 Rassewelpen auf einer Autobahn bei Aachen im Rahmen einer Schwerpunktkontrolle entdeckt wurden.

Der Onlinehandel mit Hundewelpen hat in den vergangenen Jahren - insbesondere seit der Corona-Pandemie - zugenommen. 2021 wurden in Deutschland monatlich rund 37.000 Online-Annoncen für Hunde geschaltet, Tendenz steigend. 70 Prozent davon waren Angebote mit Welpen. Die häufig unter tierschutzwidrigen Bedingungen gezüchteten, gehaltenen sowie transportierten Welpen sind nicht selten krank und psychisch sowie sozial gestört, da Zucht und Handel mit Welpen rein auf den Profit ausgerichtet sind.

Foto: albrechtshots