Ottbergen (red). In der alten Kartonagenfabrik in Ottbergen wird Ende Mai ein ungewöhnlicher Kulturort zum Leben erweckt: Unter dem Titel „Lost Place meets Art“ präsentieren drei Künstler ihre Werke inmitten verlassener Industriearchitektur. Die Ausstellung findet am 30. Mai von 11 bis 17 Uhr sowie am 31. Mai von 11 bis 16 Uhr statt.
Die Idee zur Ausstellung entstand eher zufällig bei einer Veranstaltung in Bonn. Die Freunde Christof Klemm, Bernd Thöne und Andreas Krukemeyer kamen dort über ihre künstlerischen Hobbys ins Gespräch – und entwickelten daraus die Vision, Kunst an einem sogenannten „Lost Place“ im Weserbergland zu zeigen. Mit der ehemaligen Kartonagenfabrik in Ottbergen fanden sie schließlich den passenden Ort. Das leerstehende Gebäude mit seinem morbiden Charme ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich. Dank der Unterstützung der Eigentümerfamilie konnte die Ausstellung dennoch realisiert werden.
In den vergangenen Monaten investierten die Beteiligten viel Arbeit in die Vorbereitung: Räume wurden freigeräumt, Wege begehbar gemacht und Installationen aufgebaut. Nun sollen rund 90 Exponate der drei Freizeitkünstler gezeigt werden.
Die Arbeiten könnten unterschiedlicher kaum sein. Christof Klemm widmet sich der Malerei und kombiniert dabei verschiedene Materialien mit spontanen Eingebungen. Bernd Thöne verfremdet Fotografien und erschafft surreale Bildwelten. Andreas Krukemeyer setzt auf digitale Kunstformen und moderne Techniken, um gedankliche Inspirationen sichtbar zu machen. Gemeinsam wollen die Künstler zeigen, „dass in allem Ende auch ein Anfang ist“.
Die Ausstellung versteht sich als Spiel mit Perspektiven und Atmosphären. Zu sehen sind surreale Verschiebungen der Realität, abstrakte Verdichtungen, Motive des Vergangenen sowie Porträts, die „aus der Zeit gefallen erscheinen“. Die Werke sollen die Besucher visuell verführen und dazu anregen, Bekanntes neu zu betrachten.
Der Eingang zur Ausstellung befindet sich im Mühlenwinkel gegenüber der Hausnummer 21. Besucher werden gebeten, festes Schuhwerk zu tragen. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite sowie auf Instagram unter „lostplacemeetsart“.
Foto: Krukemeyer