Mittwoch, 22. Juli 2020 09:13 Uhr

Spektakuläre, aber nicht ganz legale Protestaktion: Ehemaliges AKW Würgassen dient als Projektionsfläche

Würgassen-Lauenförde (red/TKu). Spektakuläre aber nicht ganz legale Protestaktion: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben die bundesweite Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt und die Bürgerinitiative Atomfreies 3-Ländereck e.V. mit einer Projektionsaktion gegen das geplante Atommüll-Zwischenlager in Würgassen protestiert. Mit einem Spezialbeamer haben die Aktivisten der beiden Initiativen Protestslogans auf das ehemalige AKW projeziert. Auch eine Drohne zum Filmen war vor dem Kraftwerk im Einsatz.

Auf dem Reaktorgebäude des ehemaligen AKW war zu lesen: „Kein Atommüll-Verschiebe-Bahnhof in Würgassen!“, „Konzeptlos, orientierungslos, intransparent. Atommüll-Lager stoppen!“ und „90% von Deutschlands Atommüll nach Würgassen? Nein Danke!“ Die riesige Projektion war auch von Lauenförde und Würgassen aus erkennbar. 

Hierzu erklärt Julian Bothe von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: „Die Betreibergesellschaft BGZ möchte das Zwischenlager um jeden Preis und möglichst schnell durchdrücken. Sie gefährdet die Bevölkerung und mutet ihr eine Verdopplung der Atomtransporte zu. Damit soll auch das geplante Atommüll-Bergwerk Schacht Konrad geschützt werden, das schon längst nicht mehr dem Stand von Wissenschaft und Technik entspricht. Würde die Halle direkt am Schacht gebaut, wäre ein neues Genehmigungsverfahren nötig. Dann würde offensichtlich, dass Schacht Konrad unter Sicherheitsaspekten nicht mehr genehmigungsfähig ist.“

Dirk Wilhelm, Sprecher der Bürgerinitiative Atomfreies 3-Ländereck, erklärt: „Die Vorgehensweise des BMU und der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung BGZ ist völlig inakzeptabel. Getreu dem Motto „beschließen, verkünden, verteidigen“ wird das Projekt ZBL Würgassen gegen jeden gesunden Menschenverstand und unter Ignoranz der zahlreichen Mängel des Standorts vorangetrieben – in Form des Diktats „alternativlos“ über die Köpfe der Menschen hinweg. Dabei zeigen u.a. die Bauzeitverzögerung und die Kostenexplosion von Schacht KONRAD, welche verheerenden Folgen eine ausschließlich politisch geprägte Entscheidung, entgegen vieler Sachargumente, hat.“ Die Polizei bekam keinen Wind von der Aktion, wohl auch, weil der Wachschutz nichts von der Protestaktion bemerkt hatte.

Das geplante Atommülllager Würgassen ist das derzeit meistdiskutierte Thema im Dreiländereck von NRW/Hessen/Niedersachsen. Auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerkes Würgassen soll ein sogenanntes Bereitstellungslager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll entstehen. Ab 2027 soll der gesamte mittel- und schwachradioaktive Müll aus Deutschland, hier in Würgassen, in diesem Bereitstellungslager gesammelt werden. Anschliessend soll er dann zum Schacht Konrad transportiert werden, der in 2027 in Betrieb genommen werden soll. Die Betriebsdauer für das Würgasser Zwischenlager soll 30 Jahre, bis 2057, betragen. Mehr Informationen dazu gibt es unter: www.atomfreies-dle.de oder www.ausgestrahlt.de. .ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die Atomkraftgegner*innen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen. 

   

Fotos: Thomas Kube

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