Freitag, 03. Juli 2020 09:54 Uhr

Das Verfahren „Standortfindung Zwischenlager Würgassen“ gehöre auf Null gesetzt

Vertreter*innen des Vorstandes der Bürgerinitiative Atomfreies 3-Ländereck e.V. haben sich kürzlich zu einem Gespräch mit Prof. Dr. Klaus Töpfer auf der Burg Herstelle getroffen: v.l.n.r.: Hubertus Hartmann, Prof. Dr. Klaus Töpfer (vorn), Heinrich Wenisch, Edith Götz, Dirk Wilhelm, Petra Sporbeck-Hörning und Prof. Dr. Dr. Martin Hörning

Würgassen (red). Das Verfahren zur Standortfindung eines Zwischenlagers in Würgassen habe von Anfang an die dringend erforderliche Notwendigkeit vertan, Vertrauen in der Bevölkerung in diesen Prozess aufzubauen. Im Gegenteil: das Vertrauen sei weiter zerstört worden. Ein Neuanfang sei zwingend geboten. Das erklärte der Vorstand des Vereins "Atomfreies 3-Ländereck e.V." gemeinsam mit Prof. Dr. Klaus Töpfer bei einem Gespräch in den Räumen der Burg Herstelle.

In einer kleinen Runde haben sich die Vertreter der Bürgerinitiative und der ehem. Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit getroffen, um sich zum Stand auszutauschen. Man war sich einig. Einig war man sich auch darüber, dass die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) ohne Beteiligung der Bevölkerung in dieser Region und ohne Berücksichtigung ihrer konkreten Bedenken dieses Projekt geplant hat.

Eine Diskussion der Kriterien für die Standortauswahl in Würgassen habe nicht stattgefunden, obwohl gerade diese Kriterien in hohem Maße diskutierbar und zwingend diskutierbedürftig seien. Daher sei es weder akzeptabel noch vertrauensbildend, diesen Standort nun als "alternativlos" zu verfolgen. Die Kennzeichnung als "alternativlos" macht jeden offenen Austausch von Argumenten mit der Öffentlichkeit zu einer reinen Fassade. Gerade diese Standortentscheidung müsse von allen Anfang an transparent und offen für alternative Vorschläge sein und bleiben.

Diese Transparenz sei nicht zuletzt zwingend geboten in Kenntnis der begründeten Besorgnisse und der Gefahr, dass Würgassen weit über den jetzt angegebenen Zeitraum von 30 Jahren als Lager für schwach und mittelradioaktive Abfälle genutzt werden müsse. Es müsse außerdem der Nachweis erbracht werden, dass das geplante Endlager Schacht Konrad für den gesamten in Deutschland anfallenden Atommüll ausreicht und in der vorgegebenen Zeit in voller Kapazität verfügbar gemacht werden kann. Wenn über eine halbe Milliarde Euro in die Würgasser Weserlandschaft investiert werden solle, dann sei es sehr wahrscheinlich, dass dieser Standort über 30 Jahre hinweg genutzt würde, wenn weiter Bedarf an Zwischen- und Endlagern an schwach- bis mittelradioaktiven Atommüll bestehe.

Foto: red

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