Beverungen (red). Der Englisch-Leistungskurs Q1 des Gymnasiums Beverungen hat vom 8. bis 15. März 2026 einen Erasmus+-Austausch nach Island unternommen. 13 Schülerinnen und Schüler reisten gemeinsam mit Lehrer Eike Bitterberg auf die Nordatlantikinsel. Im Mittelpunkt der Begegnung stand das Thema „sustainable tourism“, also nachhaltiger Tourismus.
Austausch mit Blick auf Chancen und Grenzen des Tourismus
Nach der Anreise über Keflavík und Reykjavík führte der Weg an die Ostküste nach Höfn. Dort wurden die Teilnehmenden von ihren Gastfamilien und der Partnerschule empfangen. Workshops, Schulführungen und gemeinsame Aktivitäten ermöglichten einen direkten Einblick in den Alltag vor Ort. Zugleich setzte sich die Gruppe mit der Frage auseinander, welche Chancen der Tourismus für Island bietet und wo seine Grenzen liegen.
Gespräche mit Lehrkräften und Jugendlichen sowie Einblicke in regionale Wirtschaftszweige machten deutlich, wie eng Natur, Gesellschaft und wirtschaftliche Entwicklung miteinander verbunden sind. Gerade in einem Land wie Island, das viele Besucher wegen seiner spektakulären Landschaften anzieht, wurde die Balance zwischen touristischer Nutzung und dem Schutz sensibler Naturräume zu einem zentralen Thema.
Naturerlebnisse und Einblicke in die Region
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Exkursionen in die isländische Natur. Wasserfälle, Gletscherlandschaften und Küstenabschnitte rund um die Halbinsel Stokknes prägten das Programm der Woche. Bei einer Führung in der örtlichen Fischfabrik erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Bedeutung der Fischerei für die Region, in Arbeitsabläufe und in Fragen der Ressourcennutzung. Auch der Besuch eines Wikingerdorfs eröffnete kulturelle und historische Perspektiven auf das Land.
Zum Schulprogramm gehörten außerdem sportliche Einheiten, ein gemeinsames Frühstück, kreative Angebote wie Stricken und Backen sowie Formate zum sprachlichen und kulturellen Austausch. Dazu zählten unter anderem „Speed Friending“ und Präsentationen über Beverungen, Deutschland und die eigene Schule. Für einen besonderen Moment sorgte Lorenz Wehrmann beim Turnier im traditionellen isländischen Kartenspiel HORNAFJARÐARMANNI mit einem zweiten Platz auf Schulebene.
Auch außerhalb des Unterrichts gab es viele Gelegenheiten zur Begegnung. Treffen im Jugendzentrum, ein gemeinsamer Restaurantbesuch und ein Schulball stärkten den persönlichen Austausch. Auf dem Rückweg standen weitere Stopps an Gletschern, am Strand und an einem aktiven Vulkan auf dem Programm. Diese Eindrücke schärften den Blick für die Besonderheit und zugleich die Verletzlichkeit der isländischen Natur.
Immer wieder ging es dabei um grundlegende Fragen: Wie lassen sich Besucherströme sinnvoll lenken? Welche Infrastruktur ist notwendig? Und wie können lokale Gemeinschaften vom Tourismus profitieren, ohne ihre natürlichen Lebensgrundlagen zu gefährden?
Für die Teilnehmenden verband die Woche eindrucksvolle Naturerfahrungen mit interkulturellem Lernen und konkreten Diskussionen über nachhaltigen Tourismus. Der Gegenbesuch der isländischen Partnerschule in Beverungen ist für Mai 2026 geplant. Dann soll die Auseinandersetzung mit dem Thema vor Ort fortgesetzt werden.



Fotos: Gymnasium Beverungen