Höxter (TKu). Mit großer Resonanz ist am 9. Februar 2026 das erste Klaus-Töpfer-Umweltsymposium in der Residenz-Stadthalle in Höxter gestartet. Mehr als 250 Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik sowie zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten die zweitägige Veranstaltung, um sich intensiv über aktuelle und zukünftige Herausforderungen im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich auszutauschen. Die Eröffnung des Symposiums übernahm die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Ina Brandes, die als Schirmherrin die Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für nachhaltige Lösungsansätze unterstrich. Zuvor hatten die Kreisdirektorin des Kreises Höxter, Manuela Kupsch, und der Bürgermeister der Stadt Höxter, Daniel Hartmann, die Gäste willkommen geheißen. Zu den Anwesenden zählten neben Landes- und Europapolitikern auch die Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Detmold, Anna Katharina Bölling, sowie Vertreterinnen und Vertreter weiterer Hochschulen aus Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus.
Veranstaltet wurde das Symposium vom Aktionskreis Lehre am Hochschulstandort Höxter. Ziel war es, ein deutliches Zeichen für die hohe Relevanz umweltbezogener Studiengänge und Forschungsaktivitäten am traditionsreichen Standort der Technischen Hochschule OWL zu setzen. Inhaltlich lag der Schwerpunkt insbesondere auf Wasser- und Gewässerschutz, Biodiversität und Klimafolgenanpassung. Die wissenschaftlichen Leiter, Professor Dr. Joachim Dohmann und Bernd Schackers, betonten, dass der interdisziplinäre Austausch praxisnahe und zugleich wissenschaftlich fundierte Perspektiven eröffne. Bereits vor der offiziellen Eröffnung nahm Ministerin Brandes an einem Rundgang durch die Ausstellung relevanter Umweltthemen teil, begleitet von der wissenschaftlichen Leitung sowie weiteren Repräsentanten aus Politik und Verwaltung. Anschließend trug sich die Ministerin in das Goldene Buch der Stadt Höxter ein, bevor Marlies Hemesoth von der Absolventen- und Förderervereinigung AFV Höxter e. V. den Startschuss für die Veranstaltung als erste Rednerin gab. Kreisdirektorin Manuela Kupsch würdigte in ihrer Ansprache die Bedeutung des Hochschulstandorts Höxter für die Umweltforschung und die nachhaltige Entwicklung der Region: Die große Resonanz mit fast 300 Teilnehmenden aus Nordrhein-Westfalen und weiteren Bundesländern sowie Repräsentanten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung sei ein starkes Zeichen für die Bedeutung umweltbezogener Studiengänge und Forschung. Kupsch weiter: „Das Hochschulpräsidium traf einst eine zukunftsorientierte Entscheidung und setzte die Weichen für diese Studiengänge am traditionsreichen Standort der Technischen Hochschule OWL. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit, die das Handeln von Klaus Töpfer prägte, wünschen wir uns auch heute kluge und zukunftsweisende Entscheidungen, um den Hochschulstandort mit umweltrelevanter Lehre und Forschung zu erhalten und weiterzuentwickeln.“ Kupsch hob hervor, dass der Kreis Höxter mit seinen zahlreichen Naturschutzgebieten und Projekten zur Aufwertung von Lebensräumen eine Vorreiterrolle im Umweltbereich einnehme. Sie betonte außerdem den Fachkräftebedarf für die Umweltverwaltung und die zentrale Bedeutung der Ausbildung junger Menschen in Umweltstudiengängen: „Klaus Töpfer hat junge Menschen stets darin bestärkt, sich für eine enkeltaugliche Welt einzusetzen, aber keinesfalls nur mit Protest. Er hat jungen Menschen gezeigt, wie sie die Zukunft im offenen Dialog mitgestalten können. Nachhaltiges Denken und Handeln, Kommunikation und Vermittlung zählten zu seinen Stärken.“
Auch Wissenschaftsministerin Brandes zeigte sich beeindruckt von der Unterstützung für den Hochschulstandort Höxter. Ihr Statement hätte nicht klarer sein können: „Wir brauchen auch die Studierenden aus dem ländlichen Raum mit ihren Erfahrungen, die sie hier gesammelt haben. Der Hochschulstandort steht im Studiengesetz, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir den Standort in Höxter behalten werden.“ Von einer ganz persönlichen Begegnung mit Prof. Dr. Klaus Töpfer berichtete sie ebenfalls. Dieser habe sich stets über alle Grenzen hinweg für den Umweltgedanken und die Nachhaltigkeit eingesetzt und sei ein sehr sympathischer Mensch gewesen. Bürgermeister Daniel Hartmann betonte die historische und symbolische Bedeutung der Residenz-Stadthalle, die 2004 von Klaus Töpfer eröffnet wurde: „Dass nun ausgerechnet hier das erste Klaus-Töpfer-Umweltsymposium stattfindet, ist mehr als ein schöner Zufall. Es ist ein deutliches Zeichen für die Bedeutung seines Lebenswerks. Klaus Töpfer hat gezeigt, dass Umwelt- und Klimaschutz keine Randthemen sind, sondern zentrale Zukunftsfragen für Städte, Regionen und die gesamte Gesellschaft. Nachhaltigkeit ist kein Einzelprojekt, sondern ein langfristiger Lernprozess, getragen von vielen Akteuren.“ Lutz Töpfer, Sohn des Namensgebers des Symposiums, begrüßte die Anwesenden ebenfalls und stellte die Verbindung seines Vaters zu dem Symposium heraus: Die Veranstaltung sei voll und ganz im Sinne seines verstorbenen Vaters. Er sei bekannt dafür gewesen, dass er sich für Nachhaltigkeit und Umweltschutz stark gemacht habe und wäre gerne selbst dabei gewesen, so Töpfer. Das Symposium bot ein abwechslungsreiches Programm aus Vorträgen, Diskussionen und Praxisbeispielen. Es verdeutlichte die Notwendigkeit des Dialogs zwischen Forschung, Politik und Praxis, um die Umwelt von morgen nachhaltig zu gestalten. Die hohe Beteiligung und die thematische Tiefe unterstrichen die Bedeutung des Klaus-Töpfer-Umweltsymposiums als überregionale Plattform für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen. Der Hochschulstandort spiele dabei eine zentrale Rolle für die Ausbildung zukünftiger Umweltfachkräfte.
Fotos: Thomas Kube